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Konjunktur aktuell: Wirtschaft im Bann der Corona-Epidemie

Seit Ende Januar 2020 steht die Weltwirtschaft unter dem Eindruck der Corona-Epidemie. Nach ihrem Ausbruch in China sind dort im ersten Quartal Produktion und Nachfrage eingebrochen. Mit dem deutlichen Rückgang der Neuerkrankungen kommt das Wirtschaftsleben in China gegenwärtig nach und nach wieder in Gang. Zugleich steigt aber andernorts die Zahl der Krankheitsfälle, und für viele fortgeschrittene Volkswirtschaften ist mit ähnlichen wirtschaftlichen Folgen wie in China zu rechnen. Die vorliegende Prognose unterstellt, dass sich die Ausbreitung der Epidemie insgesamt wie in China eindämmen lässt. Unter dieser Annahme dürfte die Weltkonjunktur im ersten Halbjahr 2020 sehr schwach bleiben, sich aber ab dem Sommer langsam erholen.

12. March 2020

Authors Arbeitskreis Konjunktur des IWH

Die Epidemie hat die deutsche Konjunktur zu einem Zeitpunkt getroffen, als eine längere Schwächephase zu Ende zu gehen schien. Nun ist jedoch mit einem Einbruch des Welthandels in der ersten Jahreshälfte 2020 zu rechnen. Zudem dämpft die mit der Epidemie einhergehende Verunsicherung wirtschaftliche Aktivitäten auch in Deutschland. Die Produktion wird im zweiten Quartal 2020 wohl leicht zurückgehen. Mit der unterstellten Verzögerung neuer Infektionen in- und außerhalb Deutschlands in der zweiten Jahreshälfte dürfte die Konjunktur im kommenden Winterhalbjahr recht kräftig anziehen. Die Produktion liegt im Jahr 2020 demnach um 0,6% höher als im Vorjahr, im Jahr 2021 steigt die Rate auf 2,0%. Die Wirtschaft in Ostdeutschland expandiert im Jahr 2020 mit 0,9% stärker als die gesamtdeutsche Wirtschaft. Ein wesentliches Risiko für diese Prognose ist ein starker Anstieg der Corona-Erkrankungen. Dieser könnte zeitweise zu einem erheblichen Rückgang des Arbeitseinsatzes führen. Hinzu kommt, dass präventive Maßnahmen und steigende Unsicherheit der privaten Haushalte und der Unternehmen die gesamtwirtschaftliche Nachfrage spürbar dämpfen könnten.

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