Wissenschaftsrat stimmt IWH-Erweiterung zu

Der Wissenschaftsrat befürwortet die Gründung einer neuen Abteilung am Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH). Mit zusätzlichen Forschenden und einem neuen Ansatz will das Institut untersuchen, welche Auswirkungen das Zusammenspiel von unterschiedlichen staatlichen Eingriffen in Finanz- und Arbeitsmärkte auf die Gesamtwirtschaft hat.

Authors Reint E. Gropp

Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) kommt einer geplanten Erweiterung einen entscheidenden Schritt näher. Der Wissenschaftsrat als wichtiges wissenschaftspolitisches Beratungsgremium von Bund und Ländern hat sich im Rahmen seiner Wintersitzungen vom 23. bis 25. Januar 2019 in Berlin für die Gründung einer vierten Abteilung am IWH ausgesprochen.

Wir begrüßen die Empfehlung des Wissenschaftsrats, die Erweiterung des IWH zu unterstützen

In dieser sollen die Wechselwirkungen der staatlichen Regulierung von Finanz- und Arbeitsmärkten sowie deren Folgen für die Realwirtschaft untersucht werden. „Das IWH besitzt sehr gute Voraussetzungen für den neuen Forschungsbereich und hat überzeugende Vorarbeiten vorgelegt“, sagt Martina Brockmeier, Vorsitzende des Wissenschaftsrats. Nach Einschätzung des Gremiums kann das Institut künftig eine Forschungslücke in der deutschen Finanzmarktforschung besetzen und auf diesem Gebiet ein Alleinstellungsmerkmal entwickeln. Den Antrag auf strategische Erweiterung des IWH bewertet der Wissenschaftsrat insgesamt als „sehr gut“.

Die neue IWH-Abteilung „Gesetzgebung, Regulierung und Faktormärkte“ soll im Jahr 2020 ihre Arbeit aufnehmen. Dafür ist ein jährliches Budget von 1,5 Millionen Euro für Personal-, Sach- und Investitionskosten geplant, wobei der Eigenanteil des IWH 200 000 Euro beträgt. Mit 16 zusätzlichen Stellen verfolgt die Abteilung einen neuen interdisziplinären Forschungsansatz. Während die Regulierung der Finanz- und der Arbeitsmärkte traditionell isoliert voneinander betrachtet wird, soll hier das Zusammenspiel der unterschiedlichen staatlichen Maßnahmen untersucht werden. Zum Beispiel hat es seit Beginn der Finanzkrise im Jahr 2007 viele regulatorische Eingriffe in die Finanzmärkte gegeben.

Das IWH besitzt sehr gute Voraussetzungen für den neuen Forschungsbereich und hat überzeugende Vorarbeiten vorgelegt

Doch bislang ist weitgehend unerforscht, welche Konsequenzen sie für die wirtschaftliche Stabilität und die Verteilung der Produktionsfaktoren Arbeit und Kapital haben. Das IWH rechnet nunmehr mit grundlegenden Erkenntnissen über die Einflussfaktoren auf langfristiges Wachstum und Strukturwandel in Zeiten des digitalen Wandels. Mit den Forschungsergebnissen will das Institut die Politik darin beraten, optimale wirtschaftliche Rahmenbedingungen zu schaffen. In die Erweiterung fließt die Expertise aus den drei bestehenden IWH-Abteilungen (Finanzmärkte, Makroökonomik sowie Strukturwandel und Produktivität) ein.

„Wir begrüßen die Empfehlung des Wissenschaftsrats, die Erweiterung des IWH zu unterstützen“, sagt Institutspräsident Reint Gropp. „Wir denken, dass wir mit der Erweiterung noch besser zur wissenschaftlichen und wirtschaftspolitischen Debatte beitragen können. Insbesondere werden wir die noch unerforschte Beziehung zwischen der Regulierung von Arbeits- und Finanzmärkten in den Mittelpunkt unserer Forschung stellen und die enge Zusammenarbeit von Makroökonomen, Arbeitsökonomen und Finanzökonomen mit Juristen fördern. Außerdem freuen wir uns auf die enge Zusammenarbeit in der Finanzforschung mit dem LOEWE Center Sustainable Architecture for Finance in Europe (SAFE) in Frankfurt am Main, das als neues Institut in die Leibniz-Gemeinschaft aufgenommen werden soll.“

Das Votum des Wissenschaftsrats ist ein wichtiger Etappensieg bei der Erweiterung des IWH. Die abschließende Entscheidung darüber, ob die neue Abteilung eingerichtet werden kann, trifft die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) im Laufe dieses Jahres.

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