25 Jahre IWH

Konjunktur aktuell: Deutscher Aufschwung schwächt sich ab

Die Weltkonjunktur ist im Sommer 2018 immer noch recht kräftig. Die Dynamik im Euroraum hat sich aber abgeschwächt, und auch der Aufschwung in Deutschland ist ins Stocken geraten. Ausschlaggebend ist ein schwächeres Exportgeschäft. „Das Bruttoinlandsprodukt expandiert nach vorliegender Prognose im Jahr 2018 um 1,7%, und im Jahr 2019 um 1,6%. Etwa ebenso stark dürfte die Produktion in Ostdeutschland zulegen“, sagt Oliver Holtemöller, Leiter der Abteilung Makroökonomik und Vizepräsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH).

Autoren Oliver Holtemöller

Die jüngste Zuspitzung des von der US-Regierung entfachten handels-politischen Streits bedeutet ein erhebliches Risiko für Welthandel und internationale Konjunk­tur. Dennoch sind die weltwirtschaftlichen Aussichten immer noch recht günstig. Insbesondere für die USA ist wegen der massiven finanzpolitischen Impulse mit kräftigen Zuwachs-raten zu rechnen. Allerdings hat sich die Konjunktur im Euro­raum seit Jahresanfang deutlich abgeschwächt, und seit Mai dürften Sorgen um den finanzpolitischen Kurs der neuen Regierung in Italien die wirtschaftlichen Erwartungen in Europa zusätzlich drücken.

Für die Konjunktur in Deutschland sind wichtige Rahmen-bedingungen nach wie vor günstig: Die Finanzierungskosten bleiben ausgesprochen gering, die Beschäfti­gung expandiert weiter kräftig, und die Arbeitslosenquote ist auf dem niedrigsten Niveau seit der deutschen Vereinigung. Dennoch ist der Aufschwung in Deutsch­land in der ersten Jahreshälfte 2018 ins Stocken geraten. Ausschlaggebend ist eine Abschwächung der Ausfuhren. Die gestiegenen Risiken für die Exporteure dürften die Investitions-bereitschaft der Unternehmen im weiteren Jahresverlauf dämpfen. Alles in allem wird sich der Aufschwung wohl nur noch deutlich abgeschwächt fortsetzen. Das reale Bruttoinlandsprodukt dürfte im Jahr 2018 um 1,7% höher liegen als zuvor, im Jahr 2019 beträgt der Zuwachs 1,6%. Der gesamtstaat-liche Haushaltsüberschuss fällt in diesem Jahr mit 1,2% in Relation zum Bruttoinlands­produkt in etwa so hoch aus wie im Jahr 2017, wird aber im kommenden Jahr auf­grund der zunehmend expansiv ausgerichteten Finanzpolitik nur noch 0,6% betragen. Die ostdeutsche Wirtschaft dürfte in diesem Jahr mit 1,7% und im Jahr 2019 mit 1,5% in etwa so stark expandieren wie die Wirtschaft in Deutschland insgesamt.

Die Langfassung der Prognose (Konjunktur aktuell: Deutscher Auf­schwung schwächt sich ab) enthält zwei Kästen:

Kasten 1: Annahmen und Prognosen bezüglich der Rahmenbedingungen

Kasten 2: Zur Schätzung des Produktionspotenzials

Langfassung:
Brautzsch, Hans-Ulrich; Claudio, João Carlos; Drygalla, Andrej; Exß, Franziska; Heinisch, Katja; Holtemöller, Oliver; Kämpfe, Martina; Lindner, Axel; Rehbein, Oliver; Scherer, Jan-Christopher; Schultz, Birgit; Wieschemeyer, Matthias; Zeddies, Götz: Konjunktur aktuell: Deutscher Aufschwung schwächt sich ab. Konjunktur aktuell, Jg. 6 (2), 2018. Halle (Saale) 2018.

Ansprechpartner

Für Wissenschaftler/innen

Für Journalistinnen/en

Stefanie Müller
Stefanie Müller
Pressereferentin

Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

+49 345 7753-720 Anfrage per E-Mail

IWH-Expertenliste

Die IWH-Expertenliste bietet eine Übersicht der IWH-Forschungsthemen und der auf
 diesen Gebieten forschenden Wissenschaftler/innen. Die jeweiligen Experten für die
 dort aufgelisteten Themengebiete erreichen Sie für Anfragen wie gewohnt über die
 Pressestelle des IWH.

Verknüpfte Publikationen

Deckblatt_2_2018_Konjunktur_aktuell.jpg

Konjunktur aktuell: Deutscher Aufschwung schwächt sich ab

Oliver Holtemöller Hans-Ulrich Brautzsch João Carlos Claudio Andrej Drygalla Franziska Exß Katja Heinisch Axel Lindner Oliver Rehbein Birgit Schultz Matthias Wieschemeyer Götz Zeddies Martina Kämpfe Jan-Christopher Scherer

in: Konjunktur aktuell, 2, 2018

Abstract

Die jüngste Zuspitzung des von der US-Regierung entfachten handelspolitischen Streits bedeutet ein erhebliches Risiko für Welthandel und internationale Konjunktur. Dennoch sind die weltwirtschaftlichen Aussichten weiter recht günstig. Insbesondere für die USA ist wegen der massiven finanzpolitischen Impulse mit kräftigen Zuwachsraten zu rechnen. Allerdings hat sich die Konjunktur im Euroraum seit Jahresanfang deutlich abgeschwächt, und seit Mai dürften Sorgen um den finanzpolitischen Kurs der neuen Regierung in Italien die wirtschaftlichen Erwartungen in Europa zusätzlich drücken.

Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft LogoTotal-Equality-LogoWeltoffen Logo